Die Freien Wähler Sachsen haben sich zur Forderung von Vertretern der Freien Wähler Sachsen-Anhalt nach neuen Gewerbearealen für die Rüstungsindustrie, insbesondere im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle, geäußert.
Die Freien Wähler Sachsen begrüßen grundsätzlich die Initiative, die wirtschaftliche Entwicklung Mitteldeutschlands durch länderübergreifende Zusammenarbeit zu stärken und neue Industrieansiedlungen zu prüfen.
Dazu erklärt Matthias Binner, stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler Sachsen und Vorsitzender der Kreisvereinigung Leipzig:
„Die Stärkung eines gemeinsamen Industrie- und Wirtschaftsstandortes in Mitteldeutschland sehen wir als wichtigen Impuls für Sachsen und die gesamte Region. Interkommunale Kooperationen und gezielte Gewerbeansiedlungen können Wachstum, Innovation und hochwertige Arbeitsplätze schaffen.“
Gleichzeitig sehen die Freien Wähler Sachsen die Priorisierung einer großflächigen Ansiedlung der Rüstungsindustrie kritisch.
„Wir lehnen die Rüstungsindustrie nicht grundsätzlich ab. Einer einseitigen Fokussierung auf eine großangelegte Ansiedlung in der Region Leipzig widersprechen wir allerdings ausdrücklich. Ebenso sprechen wir uns gegen eine weitergehende militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle als Drehkreuz aus. Verteidigungsaufgaben müssen im Rahmen staatlicher Verantwortung erfolgen, dürfen aber nicht zu einer strukturellen militärischen Schwerpunktbildung führen.“
Die Freien Wähler Sachsen betonen zudem die Bedeutung gesellschaftlicher Akzeptanz und Transparenz bei wirtschafts- und sicherheitspolitischen Entscheidungen.
„Die Sorgen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in der Region müssen ernst genommen werden. Vertrauen entsteht durch offene Diskussionen, klare Zielsetzungen und eine ausgewogene Standortpolitik – nicht durch bloße Umdeutungen oder einseitige Schwerpunktsetzungen.“
Die Freien Wähler Sachsen sprechen sich daher für eine ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung rund um den Flughafen Leipzig/Halle aus, die neben möglichen industriepolitischen Projekten insbesondere Innovation, Technologie, zivile Wirtschaftszweige und nachhaltige Wertschöpfung berücksichtigt.